ELTERN-KIND-BINDUNG


© Foto: Nadine Kägi
© Foto: Nadine Kägi

Seit den 1950er Jahren ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass jedes Kind neben den körperlichen Grundbedürfnissen (wie z.B. nach Nahrung) auch überlebenswichtige psychische Grundbedürfnisse hat. Das zentrale psychisch-emotionelle Grundbedürfnis ist das Bedürfnis nach Bindung.

 

Inzwischen wird immer deutlicher, wie wichtig auch die Qualität der Bindung des Kindes an seine Bezugspersonen ist: sicher gebundene Kinder sind selbstsicherer, lernen leichter, zeigen eine bessere psychosoziale Entwicklung, eine bessere Sozialkompetenz - und weisen seltener psychische Erkrankungen auf.

 

Von grosser Bedeutung für das Bindungsverhalten des ganzen Lebens sind die ersten Bindungserfahrungen. Deshalb kommt dem Aufbau und dem Sorgetragen der Eltern-Kind-Bindung eine entscheidende Bedeutung zu. Wir verstehen heute sehr genau wie der Bindungsaufbau auf hormoneller und psychisch-emotionaler Ebene stattfindet.

Dieses Wissen erlaubt es uns, den Aufbau einer sicheren Eltern-Kind-Bindung zu unterstützen oder nachzuholen.

 

 

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ARTIKEL / KINDERÄRZTE SCHWEIZ: Schreien des Kindes im Kontext von Bindung und Beziehung (3/2018)
Wenn aus dem ersehnten Geburtsschrei in den nächsten Tagen, Wochen oder sogar Monaten ein untröstliches, lang andauerndes Schreien oder Weinen wird, kommen die Eltern oft an ihre Grenzen und darüber hinaus. Diese Überforderung führt meist zum Verlust der emotionalen Verbundenheit mit ihrem Kind. Wie können wir sie in dieser Situation unterstützen? Wie können wir ein Verständnis dafür wecken, dass nicht jedes Schreien Hunger oder Bauchweh bedeutet? Grundsätzlich haben wir uns Gedanken gemacht, ob wir von «Schreien» oder «Weinen» reden sollen und haben uns entschieden, beide Begriffe zu verwenden, obwohl die Eltern meist «Schreien» verwenden, wenn sie uns von ihren Nöten berichten. [Co-Autor: Dr. med. Cyril Lüdin, Muttenz, EEH-Fachberater, Kinderarzt]
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