EMOTIONELLE  ERSTE  HILFE


© Foto: Nadine Kägi
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Das Ziel der Emotionellen Ersten Hilfe (EEH) ist die Unterstützung und der Erhalt der emotionalen Bindung zwischen Eltern und Kind.
In der EEH wird davon ausgegangen, dass durch lang anhaltenden Stress die Bindungsbereitschaft von Eltern und Kind verloren geht. Mit Methoden aus der Körpertherapie (wie z.B. Visualisierungs- und Atemtechniken) werden Eltern und Kind unterstützt in einen Zustand der Selbstwahrnehmung und Bindungsbereitschaft zurückzukehren. So finden die Eltern in sich Halt und Sicherheit, welche sie ihrem Kind weitergeben.

Aus den Erkenntnissen der Pränatalpsychologie sowie der Gehirn- und Bindungsforschung wurde das Konzept der EEH in den 90er Jahren von Thomas Harms (Körperpsychotherapeut, Bremen) entwickelt.
Ursprünglich wurde die EEH in der Krisenintervention bei Schreibabys angewendet. In den vergangenen Jahren hat sich aber zunehmend gezeigt, dass die Methode in der Frühprävention und Eltern-Baby-Therapie sehr erfolgreich eingesetzt werden kann.

 

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ARTIKEL / KINDERÄRZTE SCHWEIZ: Schreien des Kindes im Kontext von Bindung und Beziehung (3/2018)
Wenn aus dem ersehnten Geburtsschrei in den nächsten Tagen, Wochen oder sogar Monaten ein untröstliches, lang andauerndes Schreien oder Weinen wird, kommen die Eltern oft an ihre Grenzen und darüber hinaus. Diese Überforderung führt meist zum Verlust der emotionalen Verbundenheit mit ihrem Kind. Wie können wir sie in dieser Situation unterstützen? Wie können wir ein Verständnis dafür wecken, dass nicht jedes Schreien Hunger oder Bauchweh bedeutet? Grundsätzlich haben wir uns Gedanken gemacht, ob wir von «Schreien» oder «Weinen» reden sollen und haben uns entschieden, beide Begriffe zu verwenden, obwohl die Eltern meist «Schreien» verwenden, wenn sie uns von ihren Nöten berichten. [Co-Autor: Dr. med. Cyril Lüdin, Muttenz, EEH-Fachberater, Kinderarzt]
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REZENSION / KINDERÄRZTE SCHWEIZ: Neues Buch von Thomas Harms: Keine Angst vor Babytränen (4/2018)
Der Diplom-Psychologe und Körperpsychotherapeut Thomas Harms ist Begründer und Leiter des Zentrums für Primäre Prävention und Körperpsychotherapie (ZePP) in Bremen. Er arbeitet seit über 25 Jahren als Psychologe, Supervisor und Ausbilder im Feld der körperorientierten Psychotherapie und Beratung mit Säuglingen und Eltern. Mit der «Emotionellen Ersten Hilfe» entwickelte er ein bindungs- und körperorientiertes Modell innerhalb der Eltern-Säugling-Psychotherapie.
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